Polyglobulie (Erythrozytose)
Vermehrung roter Blutkörperchen mit verdicktem Blut und erhöhtem Thromboserisiko.
Definition

Bei der Polyglobulie ist die Zahl der roten Blutkörperchen erhöht, sodass das Blut zäher wird. Das kann zu Kopfschmerzen, Schwindel, Gesichtsrötung, Ohrgeräuschen und einem erhöhten Risiko für Blutgerinnsel führen. Man unterscheidet eine reaktive Form (etwa durch Sauerstoffmangel, Rauchen oder Flüssigkeitsmangel) von einer Knochenmarkerkrankung (Polycythaemia vera).
Behandlung
1Schulmedizinische Behandlung
Diagnose
Das Blutbild zeigt erhöhte rote Blutwerte. Zur Unterscheidung dienen die Suche nach Ursachen (z. B. Lungen- oder Herzerkrankung, Schlafapnoe), das Hormon Erythropoetin und – bei Verdacht auf eine Knochenmarkerkrankung – ein Gentest (JAK2) sowie hämatologische Abklärung.
Behandlung
Bei reaktiven Formen steht die Behandlung der Ursache im Vordergrund (z. B. Rauchstopp, Behandlung einer Schlafapnoe). Bei der Polycythaemia vera werden regelmäßige Aderlässe, Thrombozytenhemmer und je nach Risiko weitere Medikamente eingesetzt, um Thrombosen vorzubeugen.
2Naturheilkundliche Behandlung
Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Rauchverzicht und ein gesunder Lebensstil unterstützen die Behandlung. Pflanzliche Mittel sind ärztlich zu prüfen, insbesondere bei gleichzeitiger blutverdünnender Behandlung wegen möglicher Wechselwirkungen.

3TCM-Kräutertherapie
In der TCM können Beschwerden wie Kopfdruck und Gesichtsrötung Mustern wie Blut-Stase oder innerer Hitze zugeordnet werden. Begleitende Verfahren können das Wohlbefinden fördern, ersetzen aber nicht die ärztliche Behandlung und Thromboseprophylaxe.
4Ayurvedische Behandlung
Ayurvedische Begleitung betont ausreichende Flüssigkeitszufuhr, eine ausgewogene Ernährung und Stressreduktion. Kräuterpräparate sind wegen möglicher Wechselwirkungen (u. a. mit Blutverdünnern) ärztlich zu prüfen.
5Physiotherapeutische Behandlung
Regelmäßige, moderate Bewegung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützen die Durchblutung. Langes Sitzen wird durch Bewegungspausen unterbrochen, um das Thromboserisiko zu senken.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.