Morbus Menière
Anfälle von Drehschwindel, schwankendem Hörverlust und Ohrdruck mit Tinnitus.
Definition

Der Morbus Menière ist eine Innenohrerkrankung mit wiederkehrenden Anfällen. Typisch ist die Kombination aus heftigem Drehschwindel (Minuten bis Stunden), schwankendem Hörverlust, Ohrgeräusch (Tinnitus) und einem Druck- oder Völlegefühl im Ohr. Als Ursache gilt ein Missverhältnis der Innenohrflüssigkeit (endolymphatischer Hydrops). Der Verlauf ist sehr unterschiedlich, mit beschwerdefreien Phasen zwischen den Anfällen.
Behandlung
1Schulmedizinische Behandlung
Abklärung
Die Diagnose stützt sich auf den typischen Beschwerdeverlauf, Hörtests und HNO-ärztliche Untersuchungen; andere Ursachen werden ausgeschlossen. Ein Beschwerde- und Anfallstagebuch hilft, Muster und Auslöser zu erkennen.
Behandlung
Im Anfall lindern Medikamente Schwindel und Übelkeit. Vorbeugend werden eine salzbewusste Ernährung, ausreichende Flüssigkeit, Stressreduktion und je nach Verlauf Medikamente eingesetzt; bei schweren Verläufen stehen weitere HNO-ärztliche Verfahren zur Verfügung. Ein begleitendes Gleichgewichtstraining unterstützt die Sicherheit im Alltag.
Wichtig: Treten erstmalig starker Schwindel mit neurologischen Zeichen (Doppelbilder, Lähmung, Sprachstörung) auf, ist der Notruf 112 zu wählen, um einen Schlaganfall auszuschließen.
2Naturheilkundliche Behandlung
Lebensstil
- Eine salzbewusste Ernährung und gleichmäßige Flüssigkeitszufuhr können Anfälle verringern.
- Koffein, Alkohol und Nikotin werden individuell geprüft und oft reduziert.
- Stressbewältigung, regelmäßiger Schlaf und Entspannungsverfahren unterstützen die Stabilität.
- Ein Anfallstagebuch hilft, persönliche Auslöser zu erkennen.

3TCM-Kräutertherapie
In der TCM wird das Beschwerdebild häufig Mustern wie Schleim-Feuchtigkeit, aufsteigendem Leber-Yang oder Nieren-Schwäche zugeordnet. Akupunktur und Ernährungsberatung können begleitend zur Beschwerdelinderung erwogen werden.
4Ayurvedische Behandlung
Ayurvedische Begleitung betont beruhigende Routinen, Stressreduktion und eine ausgewogene, salzbewusste Ernährung. Kräuterpräparate sind ärztlich auf Wechselwirkungen zu prüfen.
5Physiotherapeutische Behandlung
Zwischen den Anfällen kann eine vestibuläre Rehabilitation mit Gleichgewichts- und Blickstabilisationsübungen die Standsicherheit verbessern und die Sturzgefahr senken, besonders wenn ein bleibendes Gleichgewichtsdefizit besteht. Im akuten Anfall stehen Ruhe und Schutz vor Stürzen im Vordergrund.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.