ICD-10 · H93.1

Ohrgeräusche (Tinnitus)

Wahrnehmung von Geräuschen wie Pfeifen oder Rauschen ohne äußere Schallquelle.

Definition

Ohrgeräusche (Tinnitus)
KI-generiert

Tinnitus ist die Wahrnehmung von Geräuschen – etwa Pfeifen, Rauschen, Summen oder Klingeln – ohne äußere Schallquelle. Er ist meist ein Symptom und kann viele Ursachen haben, etwa Lärm, Hörminderung, Stress, eine Ohrerkrankung oder Verspannungen im Kiefer- und Nackenbereich. Viele Menschen gewöhnen sich mit der Zeit daran; bei starkem Leidensdruck ist gezielte Hilfe möglich.

Behandlung

1Schulmedizinische Behandlung

Abklärung

Die Abklärung umfasst HNO-Untersuchung, Hörtest und die Suche nach behandelbaren Ursachen (z. B. Ohrenschmalz, Hörminderung, Kiefer- oder Halswirbelsäulenprobleme, Medikamente). Ein einseitiger, pulsierender oder mit weiteren Symptomen einhergehender Tinnitus wird besonders sorgfältig untersucht.

Behandlung

Behandelt wird, wenn möglich, die Ursache. Bei chronischem Tinnitus stehen Aufklärung und Beratung, Hörgeräte bei begleitender Hörminderung, Klang- und Verhaltenstherapie (Tinnitus-Retraining) sowie Stressbewältigung im Vordergrund. Ziel ist, die Belastung zu senken und die Gewöhnung zu fördern.

Wichtig: Ein plötzlicher Tinnitus zusammen mit einer raschen Hörverschlechterung kann Zeichen eines Hörsturzes sein und sollte umgehend HNO-ärztlich abgeklärt werden.

2Naturheilkundliche Behandlung

Lebensstil & Entlastung

  • Stressbewältigung, ausreichender Schlaf und Entspannungsverfahren verringern häufig die Belastung.
  • Lärmschutz und der Verzicht auf völlige Stille (sanfte Hintergrundgeräusche) unterstützen die Gewöhnung.
  • Koffein, Nikotin und Alkohol können die Wahrnehmung beeinflussen und werden individuell geprüft.
  • Pflanzliche Präparate zeigen keinen gesicherten Nutzen; die Eignung ist ärztlich zu prüfen.
Ohrgeräusche (Tinnitus)
KI-generiert

3TCM-Kräutertherapie

In der TCM wird Tinnitus häufig einem Nieren-Mangel (eher leises, chronisches Geräusch) oder aufsteigendem Leber-Yang (eher lautes, plötzliches Geräusch) zugeordnet. Akupunktur und Kräuter können begleitend zur Entspannung und Beschwerdelinderung erwogen werden.

4Ayurvedische Behandlung

Ayurvedische Begleitung betont beruhigende Routinen, Stressreduktion durch Yoga und Meditation sowie geregelten Schlaf. Kräuter- und Ölanwendungen sind ärztlich zu prüfen.

5Physiotherapeutische Behandlung

Physiotherapie kann helfen, wenn Verspannungen im Nacken oder Kiefergelenk zum Tinnitus beitragen (somatosensorischer Tinnitus): gezielte Behandlung der Halswirbelsäule und der Kaumuskulatur, Haltungsschulung und Entspannungstechniken. Zusätzlich unterstützen allgemeine Stressreduktion und ein guter Schlafrhythmus.

Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.