ICD-10 · J20.9

Akute Bronchitis

Meist virusbedingte Entzündung der Bronchien, die in zwei bis drei Wochen ausheilt.

Definition

Die akute Bronchitis ist eine akute Entzündung der Bronchialschleimhaut, die meist durch eine virale Atemwegsinfektion verursacht wird. Typisch beginnt sie mit einem anfangs trockenen Husten, der später produktiv wird; hinzu kommen können Druck hinter dem Brustbein, pfeifende Atemgeräusche, Müdigkeit, leichtes Fieber und vermehrter Schleim. Bei ansonsten gesunden Erwachsenen heilt sie in der Regel von selbst aus.

Röntgenaufnahme des Brustkorbs
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Behandlung

1Schulmedizinische Behandlung

Symptomatische Behandlung

Im Vordergrund stehen Schonung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Gegen Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen können Paracetamol oder Ibuprofen eingesetzt werden.

Husten und Sekret

Bei quälendem Reizhusten kann kurzzeitig ein Hustenstiller (z. B. Dextromethorphan) sinnvoll sein; bei zähem Schleim helfen Schleimlöser wie Ambroxol oder N-Acetylcystein. Die Inhalation mit isotoner Kochsalzlösung befeuchtet die Atemwege, ein Bronchodilatator wie Salbutamol wird nur bei Giemen oder Bronchospasmus erwogen.

Inhalationstherapie
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Antibiotika

Da die meisten Fälle viral sind, sind Antibiotika in der Regel nicht angezeigt. Sie kommen nur bei begründetem Verdacht auf eine bakterielle Beteiligung oder relevanten Risikofaktoren infrage.

2Naturheilkundliche Behandlung

Phytotherapie

  • Kapland-Pelargonie (Pelargonium sidoides) zur symptomatischen Unterstützung bei unkomplizierten Atemwegsinfekten.
  • Thymian, oft mit Primelwurzel oder Efeublättern, fördert den Auswurf und lindert produktiven Husten.
  • Standardisierte Cineol- oder Myrtolpräparate können den Schleim verflüssigen.
  • Honig kann die Hustenhäufigkeit verringern.

Physikalische Maßnahmen

Warme Getränke, ausreichende Flüssigkeit und feuchte Raumluft unterstützen den Sekretabtransport; warme Brustauflagen können das Wohlbefinden steigern. Ätherische Öle sind bei Asthma, Allergien sowie bei Säuglingen und Kleinkindern nur mit Vorsicht anzuwenden.

3TCM-Kräutertherapie

In der TCM wird nach dem individuellen Muster behandelt, nicht nach der schulmedizinischen Diagnose.

Wind-Kälte in der Lunge

Husten mit dünnem, weißem Auswurf, Frösteln und verstopfter Nase. Ziel ist es, Wind-Kälte zu lösen und das Lungen-Qi zu regulieren (z. B. Zhi Sou San).

Wind-Hitze in der Lunge

Husten mit Fieber, Halsschmerzen und gelblichem Auswurf. Wind-Hitze klären (z. B. Sang Ju Yin oder Yin Qiao San).

Trockenheit der Lunge

Trockener Reizhusten mit spärlichem Auswurf. Trockenheit lösen und die Lunge befeuchten (z. B. Sang Xing Tang).

4Ayurvedische Behandlung

Pathogenese

Produktive Bronchialbeschwerden werden traditionell als erhöhtes Kapha in den Atemwegskanälen verstanden, häufig mit einer Störung von Vata (Prana Vayu).

Klassische Ansätze

  • Sitopaladi Churna bei Husten und übermäßigem Kapha.
  • Talisadi Churna bei Husten und Atemwegsbeschwerden.
  • Vasaka (Adhatoda vasica) als traditionelles Expektorans.
  • Pippali (Piper longum) zur Unterstützung von Kapha-Regulation und Verdauung.

Ernährung

Warme, leicht verdauliche Speisen und warme Flüssigkeiten sind vorteilhaft; sehr kalte, schwere oder fettige Speisen werden bei starker Verschleimung reduziert.

Ayurvedisches Kräuterpulver
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5Physiotherapeutische Behandlung

TCM-orientiert

Schröpfen bzw. Gua Sha an paravertebralen Bereichen und Punkten wie BL13 sowie Tuina/Akupressur (LU7, LU5) können durch geschulte Behandler einbezogen werden; sanftes Qigong unterstützt die Atemmechanik.

Ayurveda-orientiert

Warme äußere Anwendungen und eine sanfte Brustmassage können nach Untersuchung eingesetzt werden; kräftige Massage und forcierte Atemübungen (z. B. Kapalabhati) sind während einer akuten Infektion zu meiden.

Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.