Migräne
Anfallsartige, oft einseitige Kopfschmerzen mit Übelkeit und Licht- und Lärmempfindlichkeit.
Definition

Die Migräne ist eine neurologische Erkrankung mit anfallsartigen, häufig einseitigen, pulsierenden Kopfschmerzen von mittlerer bis starker Intensität. Typisch sind Verstärkung durch Bewegung, Übelkeit sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit. Manche Betroffene erleben vor dem Anfall eine Aura (z. B. Sehstörungen). Auslöser können Stress, Schlafmangel, Hormonschwankungen oder bestimmte Speisen sein.
Behandlung
1Schulmedizinische Behandlung
Diagnose
Die Diagnose stützt sich auf das typische Beschwerdebild und die Untersuchung; bei eindeutigem Verlauf ist keine Bildgebung nötig. Ein Kopfschmerztagebuch hilft, Auslöser, Häufigkeit und Wirkung der Behandlung zu erfassen.
Behandlung
Im Anfall helfen Ruhe, Reizabschirmung und gezielte Medikamente (z. B. entzündungshemmende Mittel oder Triptane), möglichst früh eingenommen; ein Übergebrauch ist zu vermeiden. Bei häufigen Anfällen kommen vorbeugende Medikamente und nicht-medikamentöse Verfahren zum Einsatz.
Wichtig: Ein plötzlich einschießender, stärkster Kopfschmerz, neu auftretende neurologische Ausfälle, Kopfschmerz mit Fieber und Nackensteife oder eine ungewohnte, sich stark verändernde Kopfschmerzform erfordern eine sofortige ärztliche Abklärung, im Notfall den Notruf 112.
2Naturheilkundliche Behandlung
Auslöser & Lebensstil
- Regelmäßiger Schlaf- und Mahlzeitenrhythmus stabilisiert und beugt Anfällen vor.
- Ausreichend Flüssigkeit und moderater Koffeinkonsum können helfen.
- Ein Kopfschmerztagebuch hilft, individuelle Auslöser zu erkennen und zu meiden.
- Regelmäßige Bewegung und Stressabbau senken die Anfallshäufigkeit.

3TCM-Kräutertherapie
Traditionell wird die Migräne Mustern wie aufsteigendem Leber-Yang und Leber-Qi-Stagnation zugeordnet. Akupunktur kann begleitend zur Vorbeugung eingesetzt werden und die Anfallshäufigkeit verringern; Kräuter sind ärztlich auf Wechselwirkungen zu prüfen.
4Ayurvedische Behandlung
Ayurvedisch wird die Migräne häufig einem Pitta- oder Vata-Ungleichgewicht zugeordnet. Begleitend betont werden eine geregelte Tagesroutine, Stressreduktion durch Yoga und Meditation sowie beruhigende Anwendungen. Kräuterpräparate sind ärztlich auf Wechselwirkungen zu prüfen.
5Physiotherapeutische Behandlung
Ausdauer & Entspannung
Die Physiotherapie wirkt vorbeugend: regelmäßiges, moderates Ausdauertraining, Entspannungsverfahren (z. B. progressive Muskelentspannung), Haltungs- und Nackenübungen sowie – bei begleitenden Nackenverspannungen – manuelle Techniken können die Anfallshäufigkeit senken.
Ein regelmäßiger Bewegungsrhythmus, Stressmanagement und ein Heimübungsprogramm ergänzen die medizinische Vorbeugung und stärken die Selbstwirksamkeit.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.