Polymyalgia rheumatica
Entzündliche Erkrankung mit Schmerzen und Steifigkeit in Schulter- und Beckengürtel, meist im höheren Alter.
Definition

Die Polymyalgia rheumatica ist eine entzündliche Erkrankung, die vor allem Menschen über 50 Jahre betrifft. Typisch sind ausgeprägte Schmerzen und Steifigkeit im Schulter- und Beckengürtel, besonders morgens, oft mit Abgeschlagenheit. Sie spricht meist rasch auf Kortison an.
Wichtig: Neu auftretende, starke Kopfschmerzen (besonders an der Schläfe), Schmerzen beim Kauen, Berührungsempfindlichkeit der Kopfhaut oder Sehstörungen können auf eine begleitende Riesenzellarteriitis hindeuten – ein Notfall wegen drohenden Sehverlusts, der eine sofortige ärztliche Abklärung erfordert.
Behandlung
1Schulmedizinische Behandlung
Diagnose
Die Abklärung kombiniert das typische Beschwerdebild, die Untersuchung und erhöhte Entzündungswerte im Blut. Andere Ursachen werden abgegrenzt; auf Zeichen einer Riesenzellarteriitis wird besonders geachtet.
Behandlung
Die Behandlung erfolgt mit Kortison in ausschleichender Dosierung über Monate, häufig fachärztlich begleitet. Begleitend werden Knochenschutz (gegen Osteoporose) und regelmäßige Verlaufskontrollen empfohlen.
2Naturheilkundliche Behandlung
Eine ausgewogene, knochenfreundliche Ernährung (ausreichend Kalzium und Vitamin D), Bewegung und Sturzprävention unterstützen die Behandlung, besonders unter Kortison. Pflanzliche Mittel sind ärztlich zu prüfen und ersetzen die Therapie nicht.

3TCM-Kräutertherapie
Traditionell werden die Beschwerden Mustern wie Qi- und Blut-Mangel sowie Kälte-Feuchtigkeit zugeordnet. Akupunktur kann begleitend Beschwerden lindern, ersetzt aber die entzündungshemmende Behandlung nicht.
4Ayurvedische Behandlung
Ayurvedisch stehen warme Öl-Anwendungen, sanfte Bewegung und eine leicht verdauliche, ausgewogene Ernährung im Vordergrund. Kräuterpräparate sind ärztlich auf Wechselwirkungen zu prüfen.
5Physiotherapeutische Behandlung
Beweglichkeit & Kraft erhalten
Die Physiotherapie unterstützt die Behandlung: sanfte Beweglichkeits- und Dehnübungen für Schulter- und Beckengürtel sowie – angepasst an die Kortisonbehandlung – gezielte Kräftigung wirken Steifigkeit, Muskelabbau und Funktionsverlust entgegen.
Da Kortison Muskeln und Knochen schwächen kann, sind regelmäßiges, angepasstes Training und Sturzprävention besonders wichtig. Ein Heimprogramm hält beweglich.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.