ICD-10 · L20.9

Atopische Dermatitis (Neurodermitis)

Chronisch-entzündliche, stark juckende Hauterkrankung mit trockener Haut und Schüben.

Definition

Atopische Dermatitis (Neurodermitis)
KI-generiert

Die atopische Dermatitis (Neurodermitis) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit gestörter Hautbarriere und starkem Juckreiz. Typisch sind trockene, gerötete und schuppende Hautstellen, die in Schüben verlaufen und je nach Alter bevorzugt an Gesicht, Hals, Ellenbeugen und Kniekehlen auftreten. Sie gehört zum atopischen Formenkreis und geht häufig mit Heuschnupfen oder Asthma einher.

Behandlung

1Schulmedizinische Behandlung

Diagnose & Auslöser

Die Diagnose wird klinisch anhand des typischen Erscheinungsbilds und Verlaufs gestellt. Wichtig ist das Erkennen individueller Auslöser wie Hautirritantien, Schwitzen, trockene Luft, bestimmte Textilien, Stress oder – seltener – Nahrungsmittel. Eine Allergietestung erfolgt gezielt bei entsprechendem Verdacht.

Basispflege & Stufentherapie

Grundlage ist die tägliche rückfettende Basispflege. Im Schub werden entzündungshemmende Cremes eingesetzt, meist Kortikosteroide oder Calcineurin-Hemmer. Bei mittelschweren bis schweren Verläufen kommen UV-Therapie oder moderne systemische Medikamente (z. B. Biologika oder JAK-Hemmer) infrage.

2Naturheilkundliche Behandlung

Hautpflege & Lebensstil

  • Konsequente, duftstofffreie Rückfettung, besonders nach dem Baden, stabilisiert die Hautbarriere.
  • Lauwarmes, kurzes Duschen und milde, seifenfreie Reinigung schonen die Haut.
  • Kühlung, weiche Baumwollkleidung und das Kurzhalten der Fingernägel lindern den Juckreiz.
  • Ergänzende Präparate sind ärztlich zu prüfen; unbelegte Auslassdiäten werden vermieden.
Atopische Dermatitis (Neurodermitis)
KI-generiert

3TCM-Kräutertherapie

In der TCM werden juckende, gerötete Ekzeme traditionell Mustern wie Hitze und Feuchtigkeit oder – bei trockener Haut – einem Blut-Mangel zugeordnet. Akupunktur, Ernährungsberatung und individuell abgestimmte Kräuter können begleitend eingesetzt werden, ersetzen aber die Hautbarrierepflege und entzündungshemmende Therapie nicht.

4Ayurvedische Behandlung

Ayurvedische Ansätze ordnen Hautentzündung und Trockenheit oft einem Ungleichgewicht der Doshas zu und betonen kühlende, hautfreundliche Ernährung, ruhige Routinen sowie äußerliche Pflege mit geeigneten Ölen. Innerlich eingenommene Kräuterpräparate sind wegen möglicher Wechselwirkungen und Verunreinigungen ärztlich zu prüfen.

5Physiotherapeutische Behandlung

Unterstützend wirken ein hautfreundliches Raumklima (nicht zu trocken, nicht zu warm), kühle Umschläge bei starkem Juckreiz sowie Entspannungs- und Stressbewältigungsverfahren, da Stress Schübe begünstigen kann. Nach dem Sport wird der Schweiß zügig abgeduscht und die Haut anschließend rückgefettet.

Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.