ICD-10 · K21.9

Refluxkrankheit (GERD)

Wiederkehrender Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre mit Sodbrennen.

Definition

Die Refluxkrankheit (GERD) ist eine chronische Erkrankung, bei der Mageninhalt wiederholt in die Speiseröhre zurückfließt und Beschwerden wie Sodbrennen und saures Aufstoßen verursacht. Die Beschwerden verstärken sich oft nach Mahlzeiten, im Liegen oder durch bestimmte Speisen und Lebensgewohnheiten.

Behandlung

1Schulmedizinische Behandlung

Lebensstil

Bei Übergewicht hilft eine Gewichtsabnahme; große und späte Mahlzeiten werden vermieden, nach dem Essen bleibt man aufrecht, und das Kopfteil des Bettes kann erhöht werden. Individuelle Auslöser werden identifiziert.

Medikamentöse Behandlung

Protonenpumpenhemmer (z. B. Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol) kontrollieren die Beschwerden; ergänzend können Antazida oder Alginate eingesetzt werden. Anhaltende oder atypische Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt, ggf. mit Endoskopie.

2Naturheilkundliche Behandlung

Phytotherapie & Lebensstil

Eibischwurzel und Kamille beruhigen; Pfefferminz kann Reflux verstärken und ist dann ungeeignet. Kleinere Mahlzeiten, nach dem Essen nicht hinlegen, das Kopfteil erhöhen sowie gesundes Gewicht und Rauchverzicht senken die Beschwerden.

3TCM-Kräutertherapie

Leber-Qi greift den Magen an

Aufstoßen und Druck, verstärkt durch Stress: das Leber-Qi regulieren und das Magen-Qi absenken.

Magen-Hitze

Brennen und saures Aufstoßen mit Durst: die Magen-Hitze klären.

Milz-Qi-Mangel mit Magen-Disharmonie

Reflux mit Völle und Müdigkeit: das Milz-Qi stärken.

4Ayurvedische Behandlung

Ansätze & Ernährung

Reflux wird traditionell als „Amlapitta“ mit überschüssiger Säure und aggraviertem Pitta beschrieben. Empfohlen werden eine angepasste Ernährung (fettige, scharfe, saure oder große Mahlzeiten reduzieren) und das Meiden späten Essens; Kräuter werden individuell und ärztlich geprüft.

5Physiotherapeutische Behandlung

Moderate Bewegung fördert ein gesundes Gewicht und das Allgemeinbefinden; sanfte Zwerchfellatmung kann unterstützen. Belastung direkt nach großen Mahlzeiten und stark bauchpressende Übungen werden vermieden.

Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.