ICD-10 · K58.9

Reizdarmsyndrom (RDS)

Chronische funktionelle Darmstörung mit Bauchschmerz und verändertem Stuhlgang.

Definition

Das Reizdarmsyndrom ist eine chronische funktionelle Darmstörung mit wiederkehrenden Bauchschmerzen und verändertem Stuhlverhalten – Durchfall, Verstopfung oder ein Wechsel von beidem, oft mit Blähungen und Krämpfen. Es gilt als Störung der Darm-Hirn-Interaktion und verursacht in der Regel keine strukturellen Schäden. Ausprägung und Auslöser (Ernährung, Stress, Empfindlichkeit) sind sehr individuell.

Darmgesundheit
KI-generiert

Behandlung

1Schulmedizinische Behandlung

Ernährung & Lebensstil

Die Behandlung ist individuell und richtet sich nach dem vorherrschenden Stuhlmuster: regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit, Bewegung und das Erkennen individueller Auslöser. Eine vorübergehende Low-FODMAP-Diät unter fachlicher Anleitung kann helfen.

Gezielte Medikamente & Psyche

Bei Verstopfung helfen lösliche Ballaststoffe (Flohsamen), ggf. osmotische Laxanzien; bei Durchfall z. B. Loperamid; krampflösende Mittel bei Bauchschmerz. Psychologische Verfahren wie Verhaltenstherapie oder darmgerichtete Hypnose sind sinnvoll, wenn Stress die Beschwerden verstärkt.

2Naturheilkundliche Behandlung

Phytotherapie & Maßnahmen

Magensaftresistentes Pfefferminzöl kann Bauchschmerz, Blähungen und Krämpfe lindern; Flohsamen unterstützen einen regelmäßigeren Stuhlgang; Wärme (Wärmflasche) hilft bei Krämpfen. Regelmäßige Bewegung, Entspannung, Atemübungen und Yoga sind bei stressbedingten Beschwerden hilfreich.

3TCM-Kräutertherapie

In der TCM wird individuell nach Muster behandelt. Akupunktur kann begleitend bei Bauchbeschwerden, Stuhlunregelmäßigkeit und Stress eingesetzt werden (Evidenz uneinheitlich). Chinesische Kräuterrezepturen werden nach Diagnose ausgewählt; wegen möglicher Neben- und Wechselwirkungen ist eine fachliche Begleitung wichtig.

4Ayurvedische Behandlung

Ernährung, Routine & Kräuter

Im Vordergrund stehen individuelle Ernährung, geregelte Essgewohnheiten, eine feste Tagesroutine und Stressreduktion. Gut verträgliche Speisen werden bevorzugt, wiederholt auslösende Nahrungsmittel angepasst. Ausgewählte Kräuter werden mit fachlicher Begleitung eingesetzt; Yoga, Atmung, Schlaf und Bewegung ergänzen die Behandlung.

Ayurvedische Verdauungsunterstützung
KI-generiert

Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.