Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)
Bakterielle Entzündung von Nierenbecken und Niere mit Fieber und Flankenschmerz.
Definition

Die akute Pyelonephritis ist eine bakterielle Entzündung von Nierenbecken und Nierengewebe, meist durch aufsteigende Harnwegskeime. Typisch sind hohes Fieber, Schüttelfrost, Flankenschmerz (Klopfschmerz über der Nierengegend), Krankheitsgefühl und häufig Beschwerden beim Wasserlassen.
Wichtig: Hohes Fieber mit Schüttelfrost, starke Schmerzen, Kreislaufschwäche oder Verwirrtheit können auf eine Blutvergiftung (Urosepsis) hindeuten und erfordern eine sofortige ärztliche Abklärung, im Notfall den Notruf 112.
Behandlung
1Schulmedizinische Behandlung
Diagnose
Die Abklärung umfasst Urinuntersuchung und Urinkultur, Bluttests (Entzündungswerte, Nierenwerte) und einen Ultraschall, um einen Harnstau oder Steine als Abflusshindernis auszuschließen.
Behandlung
Die Pyelonephritis wird zügig mit einem geeigneten Antibiotikum behandelt, anfangs oft kalkuliert und nach Kulturergebnis angepasst. Schwere Verläufe, Schwangerschaft oder ein Abflusshindernis erfordern eine stationäre Behandlung und gegebenenfalls eine Entlastung des Harnstaus.
2Naturheilkundliche Behandlung
Naturheilkundliche Maßnahmen sind hier nur begleitend zur ärztlichen Behandlung sinnvoll: reichliches Trinken, Wärme und Schonung. Eine Verzögerung der Antibiotikatherapie ist wegen der Gefahr einer Urosepsis nicht vertretbar.

3TCM-Kräutertherapie
Die TCM ordnet die Nierenbeckenentzündung ausgeprägter feuchter Hitze zu. In der Akutphase hat die medizinische Behandlung Vorrang; TCM-Verfahren kommen allenfalls in der Erholungsphase begleitend und unter qualifizierter Aufsicht infrage.
4Ayurvedische Behandlung
Ayurvedische Begleitung beschränkt sich in der Akutphase auf unterstützende Maßnahmen wie kühlende, leicht verdauliche Kost und Flüssigkeitszufuhr. Kräuterpräparate sind wegen möglicher Nierenbelastung und Wechselwirkungen ärztlich zu prüfen.
5Physiotherapeutische Behandlung
In der akuten Entzündung steht Schonung im Vordergrund; Physiotherapie spielt kaum eine Rolle. In der Erholungsphase unterstützen schrittweise gesteigerte, moderate Bewegung und allgemeine Aktivierung die Genesung.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.