Belastungsinkontinenz
Ungewollter Urinverlust bei körperlicher Belastung wie Husten, Niesen oder Heben.
Definition

Bei der Belastungsinkontinenz geht Urin ungewollt ab, wenn der Druck im Bauchraum steigt – etwa beim Husten, Niesen, Lachen, Heben oder Sport. Ursache ist ein geschwächter Beckenboden oder Verschlussmechanismus, häufig nach Schwangerschaften und Geburten, nach Prostataoperationen oder mit zunehmendem Alter.
Behandlung
1Schulmedizinische Behandlung
Abklärung
Die Abklärung umfasst Anamnese, ein Miktionsprotokoll, Urinuntersuchung, körperliche Untersuchung und Ultraschall; in ausgewählten Fällen kommen spezielle Blasendruckmessungen zum Einsatz.
Behandlung
Erste Wahl ist ein konsequentes Beckenbodentraining, ergänzt durch Gewichtsreduktion und Verhaltensanpassung. Reicht dies nicht aus, kommen bei Frauen Hilfsmittel (z. B. Pessare), lokale Östrogene oder operative Verfahren (z. B. ein spannungsfreies Band) infrage; bei Männern gibt es spezielle Operationen.
2Naturheilkundliche Behandlung
Unterstützend wirken Gewichtsreduktion, das Behandeln von chronischem Husten und Verstopfung sowie das Vermeiden schweren Hebens. Diese Maßnahmen entlasten den Beckenboden und verbessern die Wirkung des Trainings.

3TCM-Kräutertherapie
In der TCM wird die Belastungsinkontinenz häufig einer Schwäche des Nieren- und Milz-Qi zugeordnet, die die Haltefunktion betrifft. Akupunktur kann das Beckenbodentraining begleitend unterstützen.
4Ayurvedische Behandlung
Ayurvedisch stehen eine stärkende, ausgewogene Ernährung, Bewegung und geregelte Routinen im Vordergrund. Kräuterpräparate sind ärztlich auf Eignung und Wechselwirkungen zu prüfen.
5Physiotherapeutische Behandlung
Die Physiotherapie ist die wichtigste Behandlung: ein angeleitetes, regelmäßiges Beckenbodentraining, oft mit Biofeedback, das gezielte Anspannen vor Belastung (z. B. vor dem Husten) und ein alltagstaugliches Übungsprogramm verbessern die Kontinenz nachhaltig.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.