Dranginkontinenz
Ungewollter Urinverlust bei plötzlichem, kaum aufschiebbarem Harndrang.
Definition

Bei der Dranginkontinenz kommt es zu ungewolltem Urinverlust, sobald ein plötzlicher, starker Harndrang auftritt, der sich kaum unterdrücken lässt. Sie ist meist Folge einer überaktiven Blase; manchmal liegen neurologische Erkrankungen, Infekte oder andere Ursachen zugrunde.
Behandlung
1Schulmedizinische Behandlung
Abklärung
Die Abklärung umfasst Anamnese, Miktionsprotokoll, Urinuntersuchung und Ultraschall mit Restharnbestimmung. Andere Ursachen wie Infekte, Steine oder neurologische Erkrankungen werden bedacht.
Behandlung
Grundlage sind Blasen- und Verhaltenstraining sowie Beckenbodentherapie. Reicht dies nicht aus, kommen Medikamente zur Beruhigung der Blase zum Einsatz; bei hartnäckigen Fällen stehen weitere Verfahren (z. B. Nervenstimulation, Injektionen in die Blasenwand) zur Verfügung.
2Naturheilkundliche Behandlung
Unterstützend sind das Reduzieren blasenreizender Getränke (Koffein, Alkohol), sinnvolle Trinkmengenverteilung, Gewichtsreduktion und ein Blasentagebuch. Pflanzliche Mittel sind ärztlich zu prüfen.

3TCM-Kräutertherapie
Die TCM ordnet die Dranginkontinenz häufig einer Schwäche des Nieren- und Blasen-Qi zu. Akupunktur kann begleitend zur Beruhigung der Blase und Linderung des Drangs beitragen.
4Ayurvedische Behandlung
Ayurvedisch stehen eine ausgewogene, reizarme Ernährung, Stressausgleich und geregelte Routinen im Vordergrund. Kräuterpräparate sind ärztlich auf Eignung und Wechselwirkungen zu prüfen.
5Physiotherapeutische Behandlung
Die Physiotherapie ist zentral: Blasentraining zur Verlängerung der Abstände und Beckenbodentraining mit Techniken zur Drangunterdrückung (gezieltes Anspannen, Ablenkung, ruhige Atmung), oft ergänzt durch Biofeedback, verbessern die Kontrolle über die Blase.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.