ICD-10 · R32

Harninkontinenz

Ungewollter Urinverlust unterschiedlicher Ursache, der Abklärung und gezielte Behandlung verdient.

Definition

Harninkontinenz
KI-generiert

Harninkontinenz ist der ungewollte Verlust von Urin. Es gibt verschiedene Formen – etwa Belastungs-, Drang- und Mischinkontinenz sowie die Überlaufinkontinenz bei gestörter Entleerung. Inkontinenz ist häufig, gut behandelbar und kein unvermeidbarer Teil des Älterwerdens.

Wichtig: Eine unmögliche Blasenentleerung mit praller, schmerzhafter Blase (Harnverhalt) oder eine neu aufgetretene Inkontinenz mit Gefühls- oder Bewegungsstörungen an den Beinen erfordern eine rasche ärztliche Abklärung.

Behandlung

1Schulmedizinische Behandlung

Abklärung

Wichtig ist die Bestimmung der Form, da sich danach die Behandlung richtet: Anamnese, Miktionsprotokoll, Urinuntersuchung, körperliche Untersuchung und Ultraschall mit Restharn; bei Bedarf weiterführende urologische Diagnostik.

Behandlung

Die Behandlung wird an die Form angepasst und beginnt meist mit Beckenboden- und Blasentraining, Gewichts- und Verhaltensanpassung. Ergänzend kommen Medikamente, Hilfsmittel oder – je nach Form – operative Verfahren infrage. Oft lässt sich die Lebensqualität deutlich verbessern.

2Naturheilkundliche Behandlung

Unterstützend wirken Gewichtsreduktion, sinnvolle Trinkmengenverteilung, das Reduzieren blasenreizender Getränke sowie die Behandlung von Verstopfung und chronischem Husten. Ein Blasentagebuch hilft, Muster zu erkennen.

Harninkontinenz
KI-generiert

3TCM-Kräutertherapie

Die TCM ordnet die Inkontinenz häufig einer Schwäche des Nieren- und Milz-Qi zu, die die Halte- und Regulationsfunktion betrifft. Akupunktur kann das Training begleitend unterstützen.

4Ayurvedische Behandlung

Ayurvedisch stehen eine stärkende, ausgewogene Ernährung, Bewegung und geregelte Routinen im Vordergrund. Kräuterpräparate sind ärztlich auf Eignung und Wechselwirkungen zu prüfen.

5Physiotherapeutische Behandlung

Die Physiotherapie ist unabhängig von der Form ein Grundpfeiler: angeleitetes Beckenbodentraining, Blasentraining und Verhaltensberatung, oft mit Biofeedback. Das Programm wird an die jeweilige Inkontinenzform angepasst und verbessert die Kontrolle nachhaltig.

Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.