ICD-10 · N20.0

Nierensteine (Urolithiasis)

Kristallablagerungen in der Niere, die still bleiben oder heftige Koliken auslösen können.

Definition

Nierensteine (Urolithiasis)
KI-generiert

Nierensteine entstehen, wenn im Urin gelöste Substanzen auskristallisieren und sich zu Steinen verbinden. Kleine Steine in der Niere bleiben oft unbemerkt; wandern sie in den Harnleiter, können heftige, wellenartige Schmerzen (Nierenkolik), Übelkeit und Blut im Urin auftreten.

Wichtig: Eine Nierenkolik zusammen mit Fieber ist ein Warnzeichen für eine gefährliche Infektion des gestauten Harns (Urosepsis-Gefahr) und erfordert eine sofortige ärztliche Abklärung.

Behandlung

1Schulmedizinische Behandlung

Diagnose

Die Abklärung umfasst Urinuntersuchung, Bluttests und Bildgebung (Ultraschall, bei Bedarf eine strahlenarme Computertomografie), um Lage und Größe des Steins zu bestimmen. Nach Möglichkeit wird der Stein zur Analyse aufgefangen.

Behandlung

Kleine Steine gehen häufig unter reichlicher Flüssigkeit und Schmerztherapie von selbst ab, teils unterstützt durch abgangsfördernde Medikamente. Größere oder festsitzende Steine werden mit Stoßwellentherapie oder endoskopisch entfernt. Nach einem Steinereignis folgt eine Abklärung zur Vorbeugung.

2Naturheilkundliche Behandlung

Vorbeugung

  • Reichlich trinken (meist etwa 2,5 bis 3 Liter täglich, sofern ärztlich nicht anders empfohlen), um den Urin zu verdünnen.
  • Eine ausgewogene, salzarme Ernährung mit ausreichend Gemüse und maßvollem tierischem Eiweiß.
  • Die Ernährungsempfehlung richtet sich nach der Steinart (z. B. Kalziumoxalat, Harnsäure) und wird individuell festgelegt.
  • Übergewicht reduzieren und ausreichende Kalziumzufuhr über die Nahrung beibehalten.
Nierensteine (Urolithiasis)
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3TCM-Kräutertherapie

In der TCM werden Steinleiden oft feuchter Hitze mit Stagnation zugeordnet. Akupunktur kann begleitend zur Schmerzlinderung beitragen; eine akute Kolik mit Fieber gehört jedoch umgehend in ärztliche Behandlung.

4Ayurvedische Behandlung

Ayurvedisch stehen reichliche Flüssigkeit, wärmende Anwendungen und eine an die Steinart angepasste Ernährung im Vordergrund. Kräuterpräparate sind ärztlich zu prüfen, insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion.

5Physiotherapeutische Behandlung

Regelmäßige körperliche Bewegung und Aktivität können das Abgehen kleiner Steine begünstigen und beugen über ein gesundes Körpergewicht neuen Steinen vor. Bei akuten Koliken steht jedoch die Schmerzbehandlung im Vordergrund.

Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.